In unserer Schuhmacherei dreht sich alles um Füße, Schuhe, Leder und alles was man aus Leder fertigen kann. Ihre Schuhe aus hochwertigem Leder (egal ob rahmen-genäht oder mit geklebtem Boden) sind bei uns in den richtigen Händen, denn wir reparieren jeden Schuh mit fachlicher Kompetenz.

Verarbeitet werden ausschließlich Materialien von höchster Qualität, fast alle stammen aus deutscher und europäischer Produktion. Über einige unserer Zulieferer und Herstellerbetriebe können Sie sich auf unserer Webseite direkt informieren.

Öffungszeiten
Montag - Freitag 07:30 Uhr - 18:30 Uhr
Samstag 09:00 Uhr - 13:00 Uhr

Adresse

Münchener Straße 36

60329 Frankfurt am Main

70 Jahre Schuhmacherei-Lenz

Am 1. November 2011 wurde die Schuhmacherei Lenz 70 Jahre alt und ist somit der älteste Handwerksbetrieb im Frankfurter Bahnhofsviertel und die älteste Schuhmacherei in Frankfurt am Main. Warum hat ausgerechnet eine Schuhmacherei alle Turbulenzen der letzten 70 Jahre überlebt, während alle anderen Handwerksbetriebe im Bahnhofsviertel in der selben Zeit entweder abgewandert oder Pleite gegangen sind?

Klar, Schuhe werden immer gebraucht, in stürmischen und in sonnigen Zeiten, aber der zweite, der ausschlaggebende Grund ist unser Konzept. Von Anbeginn an war es uns wichtig, mit der Entwicklung der Schuhmode und der Entwicklung des Schuhmacher-Handwerks Schritt zu halten, also „modern“ zu sein und gleichzeitig die Handwerkstradition zu wahren. Mit diesem Ansatz war die Schuhmacherei Lenz, von Beginn an, Vorreiter nicht nur hier in Frankfurt sondern auch überregional, in der Schuhmacher Innung Hessen Süd. Oft wird der Laden als die beste Schuhmacherei Deutschlands beschrieben, ob sie das ist, sei dahingestellt, aber widersprochen hat bisher keiner, das zeigt, dass an dieser Behauptung zumindest was dran ist.

Wolfgang Lenz, der heutige Alt-Meister, übernahm den Laden von seinem Vater, dieser hatte den Betrieb als Hochzeitsgeschenk am 1. November 1941 von wiederum dessen Vater, also Wolfgangs Großvater geschenkt bekommen. In den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden sehr viel mehr Schuhe von Hand gefertigt als heute, damals hatte die Schuhmacherei bis zu 60 Angestellte, die nicht nur in dem heutigen Laden sondern auch im Hinterhaus und im ersten Stockwerk arbeiteten. Wolfgang Lenz erinnert auch gern, an die Zeiten, als es im Viertel noch keine Laufhäuser gab und die Damen des Rotlichtviertels um die Blocks gingen, um Kunden zu finden.

„Drei Runden haben die gedreht mit Ihren Stöckelschuhen, dann brauchten sie neue Absätze, das war kein schlechtes Geschäft.“ erzählt er und lacht.

Heute werden weit weniger Schuhe von Hand gefertigt und das Hauptgeschäft ist die Reparatur von Schuhen, Taschen, Koffern und anderem Lederwerk aber diejenigen, die Wert darauf legen, in handgefertigten Maß-Schuhwerk durch Leben zu gehen, kommen weiterhin in die Schuhmacherei, meist durch den Seiteneingang, denn viele dieser Kunden sind zumindest nicht ganz unbekannt oder gar prominent und legen Wert auf Diskretion.

„Ein handgefertigter Schuh erzeugt Haltung.“ Ist einer der Slogans des Betriebs und „Nur wer einmal in handgefertigten Maß-Schuhen gelaufen ist, kennt den Unterschied und weiß, dass dieser Unterschied zur Konfektion sein Geld wert ist.“ sagt Schuhmacher Meister Jürgen Dohn, der heutige Inhaber des Ladengeschäfts, der jahrelang als Angestellter von Wolfgang Lenz gearbeitet und jetzt den Laden gekauft hat.

Altmeister Lenz arbeitet weiter im Laden aber heute sucht er sich aus, was er dort tut, macht nicht mehr alles selbst, wie früher und genießt, dass er sich es auch mal leisten kann nur einen halben Tag im Geschäft zu sein und den Rest des Tages für andere Dinge zu verwenden.

Schuhmacher ist nach wie vor ein moderner Beruf und so nimmt es auch nicht Wunder, dass es, was die Schuhmacherei Lenz betrifft, keine Nachwuchsprobleme gibt. Lehrling Ben Felber ist erst seit August dabei, seine Begeisterung für den Beruf ist spürbar, wenn man mit ihm redet, hier will er lernen, bis auch er seinen Meistertitel machen kann, damit es auch in Zukunft im Laden zwei Meister gibt, wenn der Altmeister Lenz mal ganz aufhört und nur noch von Zeit zu Zeit vorbeischaut, um zu sehen, was aus seinem Lebenswerk geworden ist.